Indonesien 🇮🇩 / Sumatra

Mein Tag am 06.11.

Flug um 14:10 Uhr von Penang ( Malaysia ) mit Air Asia in 50‘ nach Medan ( Indonesien ). Durch die Zeitverschiebung zwischen Malaysia und Sumatra, sind wir bereits um 14:00 Uhr pünktlich in Medan gelandet. Immigrasi; Koffer und Zoll kein Problem, kurz danach war ich im Ankunftsbereich. des Flughafens 

Ich hab ein Zimmer in einer Lodge, in Bukit Lawang, einem Dorf nahe dem Gunung Leuser Nationalpark gebucht, einschl. Transfer vom Medan Airport nach Bukit Lawang! 

Am Flughafen Menschenmassen ohne Ende; und keiner da um mich abzuholen.  Zumindest hab ich keinen gesehen. Ich bin ein wenig durch die Halle geirrt und hab versucht am ATM Indonesische Rupiha zu „ziehen“ aber alles war geschlossen, auch der ATM hat nicht funktioniert. 

Ich dachte, geh zum Pick-up Point, das ist eine Möglichkeit wie man dich finden kann, aber selbst nach einer halben Stunde ist auch dort niemand aufgetaucht. Also hab ich in der Lodge angerufen und gefragt wo mein Transfer bleibt. Nach ca. 40` ist  Er aufgetaucht und es konnte endlich losgehen; bzw. wir musst noch einen Zwischenstopp einlegen, damit ich meine Malayischen Ringgit in Rupiha tauschen konnte. Aufgrund dieser ganzen Verspätungen und wegen der sehr schlechten Straßenverhältnisse sind wir erst um 19:30 Uhr in Bukit Lawang angekommen. Die Entfernung bis Bukit Lawang beträgt eigentlich nur ca. 150 km aber aufgrund der Straßenverhältnisse und des Verkehrs haben wir mehr als 4 Stunden benötigt, außerdem hatte es, im letzten Abschnitt unserer Strecke, stark zu regnen begonnen.

Mit dem Auto kann man nicht ins Dorf fahren. Es gibt im Dorf keine Straße. Nur einen schmalen Weg ca. 1,5 m breit. Daher wurde ich, bei strömenden Regen, an einem Übergabepunkt abgesetzt. Mein Koffer wurde auf ein Moped gebunden und vorher wasserdicht verpackt und zur Lodge transportiert. Ich bekam einen Regenschirm und ging mit Begleitung u. meiner Taschenlampe circa 15 Minuten auf dem schmalen, unbeleuchteten, Pfad, der durch das Dorf führte, bis zur Lodge.

Ich hab mir noch ein Bier gegönnt und danach ging’s ins Bett

Medan - Bukit Lawang

The Village

Am nächsten  morgen ( 7.11. ); der erste Eindruck. 

Bukit Lawang; das Dorf liegt am Rande des Gunung Leuser Nationalparks nur durch den Bohorok River von diesem  getrennt. Von hier werden ein- bzw. mehrtägige Trekkingtouren durch den Jungle gestartet. Ich werde an einer vom 8./9. teilnehmen 



Foto links: Graffito in Bukit Lawang

Bukit Lawang

Jungle-Tour oder die Suche nach dem  „Waldmensch“

Foto oben: Bohorok River



Jungle-Tour

Für den 08./09.11. habe ich eine 2-tägige Jungle Tour im Gunung Leuser Nationalpark gebucht um Orang Utans ( Orang = Mensch, Utan = Wald ) aber auch andere Tiere zu beobachten. Ich habe mich einer Gruppe, bestehend aus drei Paaren, angeschlossen. Ein Paar kam aus Großbritannien der Rest aus Deutschland. Außer mir waren alle so um die 30 Jahre alt. Angeführt, wurde die Gruppe von drei Guides. Hendra, Auwi und Heri. 

Jeder von uns hatte  einen kleinen Rucksack mit Insektenspray, Sonnencreme, Toilettenpapier, extra Kleidung, ein wenig Waschzeug, ein Handtuch und 2 1/2 Liter Wasser dabei. Morgens, nach dem Frühstück, um 8:15 Uhr ging es los. Wir mussten zuerst den Fluss über eine Hängebrücke überqueren, danach wanderten wir stetig bergauf, in den Wald. Anfänglich waren hier und da noch einige Häuser zu sehen, aber bald haben wir den besiedelten Bereich verlassen. Nach kurzer Zeit waren alle durch und durch verschwitzt, die hohe Luftfeuchtigkeit hat ihren Tribut gefordert. Die ersten 3-4 km war der Weg noch moderat und ließ sich gut gehen. Nach einer halben Stunde haben wir bereits den ersten Orang Utan gesehen, ein großes Männchen, leider nur von hinten. Außerdem bewegte sich das Tier behände durch die Wipfeln. ich hab versucht einige Fotos zu machen, aber mehr als einen rotbraunen Schatten hab ich wahrscheinlich nicht erwischt.

Danach ging es weiter. Nach einer weiteren halben Stunde haben wir bereits den nächsten Orang Utan gesehen, ein kleines Weibchen. Hier war die Situation zum Fotografieren ein wenig besser, so dass mir wahrscheinlich ein paar gute Aufnahmen gelungen sind. Anschließend ging es, im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein, die Aufstiege konnte man nur mithilfe beider Hände bewältigen. Man musste sich an Wurzeln oder Bäumen festhalten, um die steilen Anstieg zu bewältigen. Nach etwa 2h fing es zu regnen an, und der Untergrund verwandelte sich in einen relativ glitschigen, schlammigen Pfad. Jetzt wurden wir noch zusätzlich von oben nass, aber das war letztlich egal. Vom Schwitzen waren wir sowieso schon völlig durchnässt. Irgendwann hört der Regen auch auf. Übrigens, während des Regens wurde die Kameraausrüstung in wasserdichte Plastiksäcke gepackt und damit gesichert. Nach circa weiteren 30‘, der Regen hatte aufgehört, kamen wir zu einer kleinen Lichtungen auf der uns unsere Guides, oh Wunder, Früchte:  Ananas, Rambutan, Melone, Banane und Passionsfrucht servierten. Sie hatten alles in ihren Rucksäcken mitgebracht. Unfassbar! 

Danach gingen wir gestärkt und ausgeruht weiter in den Wald. Hier und da ließen sich auch andere Tiere sehen. Gibbons, Makaken, und diverse andere Affen; ab und zu flog ein Vogel vorbei. Es ging auf und ab, die Wege wurden immer schwieriger. Wir wanderten an riesigen Bäumen vorbei, überquerten umgestürzte Bäume, Wurzeln, Todholz und hielten uns an Lianen fest …  Im Wald gab es jede Menge Blutegel und Feuerameisen und etliche Käfer. Daher haben wir unsere langen Hosen  vorher unten zugeschnürt, die Socken rübergezogen und mit Insektenspray eingesprüht. Ebenso die Schuhe. Ich hatte Glück, mich hat kein Blutegel befallen, Andere schon : - (( .  Irgendwo im Wald haben wir dann halt gemacht. Es war stark am regnen, ein Guide ging voraus. Plötzlich holte er uns, wir sollten leise und schnell zu ihm kommen. Er hatte einen weiteren Orang entdeckt. Wieder ein kleines Weibchen; hier sind mir, nach meiner Meinung, einige wirklich gute Aufnahmen gelungen!

Nach ca. 1 1/2 h machten wir eine weitere Rast und die Guides zauberten wie aus dem Nichts ein Mittagessen, es gab Nasi Goreng und hinterher Früchte. Nach 10 km und 700 Höhenmetern haben wir nach ca. 8h, endlich das Lager am Fluss erreicht. Allerdings mussten wir vorher noch einen extrem steilen Abstieg meistern, der mit Seilen gesichert war damit wir ihn überhaupt begehen konnten.

Das Lager am Fluss bestand aus mehreren  leichten Bambuskonstruktionen welche mit schwarzen Plastikplanen abgedeckt waren. In diese Behausungen waren Zweimannzelte eingestellt, so dass jedes Paar und ich alleine, ein Zelt zur Verfügung hatten. Im Zelt gab es ISO-Matten, ein kleines Kissen, außerdem hatten wir einen kleinen Schlafsack mitgebracht. Ich habe noch meine völlig verdreckten Sachen und die Schuhe im Fluss gewaschen und anschließend auf das Abendessen verzichtet, weil meine Oberschenkelmuskulatur völlig verkrampfte. Ich hab mich ins Zelt gelegt, die Beine entspannt und ausgeruht und bin anschließend ganz einfach eingeschlafen. Für mich war das schon grenzwertig; aber die Anderen haben auch gestöhnt.

Am nächsten Morgen gab es Frühstück, dies haben die Guides wiedermal hervorragend zubereitet. Außerdem gab es Kaffee und Tee fast wie im Hotel. Einfach fantastisch, unglaublich! Nach dem Frühstück sind einige noch zu einem kleinen Wasserfall, der 10’ entfernt lag gewandert um sich dort zu erfrischen. Ich hab im Lager gewartet und mich ausgeruht. Nach dem Mittagessen, das auch hervorragend zubereitet wurde, es gab Nudelsuppe und Früchte,  haben wir uns für die Fahrt über den Fluss präpariert.

Die  Guides haben aus alten Autoschläuchen ( jeweils 4 zusammengebunden ) ein Floß gebaut. Das Gepäck wurde wasserdicht in Plastiksäcke verstaut. Mit dem „Boot“ ging die wilde Fahrt über den Fluss und durch die Stromschnellen zurück in die Eco -Travel-Lodge.  Die Fahrt hat insgesamt circa 40 Minuten gedauert und wir sind völlig durchnässt, aber froh, dort angekommen. Wir hatten einen riesigen Spaß und den Guides hat es auch gut gefallen. 

Ein großes Lob für Hendra und sein Team, es war einfach Großartig!!!

Übrigens: Meine Schuhe waren natürlich völlig ungeeignet aber Ich habe mich, am Anfang meiner Reise,  aus Gründen des Gewichts, für sie entschieden und gehofft, dass die Wege im Wald trocken sind;  ich Idiot!


Foto Unten:    Schmetterlinge versuchen mit ihrem Flügelschlag meine Schuhe zu trocknen :-))  

Bumpy Road oder der Weg nach Tangkahan

Um nicht nur in Bukit Lawang rumzuhängen, denn da ist nicht viel los, hab ich mich entschlossen einen Ausflug nach Tangkahan zu machen. Tangkahan ist ein Auffangcamp für wilde Elefanten. um diese zu zähmen und auszubilden. Damit versucht man den Konflikt zwischen Elefanten und Farmern zu mindern. Aufgrund der hohen Zersiedelung wird der Lebensraum der Elefanten halt immer kleiner. Hier wird, gegen Geld, für Touristen, eine Wanderung mit Elefanten und anschließender Waschung der Tiere im Fluss  angeboten. So wird zum Teil der Unterhalt, die Ausbildung der Tiere sowie das Personal finanziert.

Am 10.11. habe ich  mit zwei deutschen Pärchen, mit denen ich bereits im Dschungel war, einen Ausflug dorthin gemacht. Tangkahan. liegt ca. 25-40 km von Bukit Lawang entfernt ( keiner weiß das so genau ) und man erreicht den Ort über eine einfache „Trasse“ die ursprünglich für die Erschließung der Palmölplantagen gebaut wurde. Sie befindet sich bis auf wenige asphaltierte Abschnitte in einem üblen und erbarmungswürdigen Zustand! Aus unserer ( deutschen ) Sicht ist sie überhaupt nicht befahrbar!! Aber das gilt natürlich nicht für indonesische ( Sumatra ) Verhältnisse!  Die Oberfläche besteht aus vielen riesigen Schlaglöchern, die sich in der Regenzeit natürlich mit viel Wasser gefüllt haben, tiefen Spurrillen, schlammigen und felsigen Untergrund, wo Fahrzeuge regelmäßig aufsetzen und „rohen“ felsigen Abschnitten, die mehr und mehr durch das befahren abgeschliffen werden.  Diese Piste hat sich im laufe der Jahre, nach dem ursprünglichen  Abtragen der Oberfläche mit einer Planierraupe und der anschließenden Befahrung mit LKWs und sonstigen Fahrzeugen so ausgebildet und wird durch die stetige Nutzung weiter geformt und umgestaltet.

Die „Straße“ und die Fahrt auf ihr sowie unsere Fahrer ( Amer ) waren aus meiner Sicht, die eigentliche Attraktion der Tour, aber das wusste ich natürlich vorher nicht!  Die Fahrt war ein absolutes Abenteuer und hat für die relativ kurze Entfernung 3 1/2 h gedauert! Ich hab ja schon viel erlebt, aber das war der Hammer! Ich vermute, solche Straßen gibt es sonst nur im Dschungel von Brasilien.  Wir wurden außerdem von dem Organisator der Tour „Harry“ auf einem Moped begleitet; Er fuhr natürlich in Flipflops.

Das Fahrzeug ein Toyota, war überhaupt nicht für das Gelände geeignet! Doch trotzdem haben unsere Fahrer und das Fahrzeug ihr Bestes gegeben. Jedes Mal, wenn wir eine schwierige Situation gemeistert hatten, sagte er: „Ach soostill alive!!“  Oder wenn wir in einer Siedlung, Hunden, Kühen, Katzen oder Hühner, die natürlich überall frei rumlaufen, gerade so ausgewichen sind, folgte ebenfalls ein erleichtertes: „Ach soo — still alive!!“ und so ging es fast alle 500m weiter! Wir haben uns köstlich amüsiert. Das Fahrzeug hat natürlich etliche Male aufgesetzt, „gequietscht, gestöhnt und geächzt,“ und einmal mussten wir sogar aussteigen, um den schlammigen Anstieg überhaupt bewältigen zu können!  Zwischendrin haben wir eine kleine Pause gemacht weil unser Fahrer in einem Dorf eine Frau mit Durian ( Stinkfrucht ) gesehen hatte. Wir haben alle probiert, ich fand es ganz lecker; die Frucht schmeckt süß und ist sehr cremig, hat aber einen sehr intensiven Geruch.

Irgendwann sind wir in einem kleinen Dorf angehalten und haben den Luftdruck der Reifen erhöht, weil offensichtlich der linke Hinterreifen Luft verloren hatte. Danach ging es jedoch unbeirrt weiter. Um 12:30 Uhr haben wir dann endlich unser Ziel erreicht,Tangkahan! Dort haben wir erst über eine einfache, schmale Hängebrücke einen Fluss überquert und später einen weiteren Fluß, zu Fluß durchwatet. Auf der anderen Seite war für uns bereits Essen vorbereitet, es war unglaublich was die gezaubert haben. Es gab: Reis mit Gemüse, Wasser, Tee und Kaffee und natürlich frische Früchte; Wahnsinn!

Die anderen haben sich dann zu den Elefanten begeben, ich bin mit Amer ins nahe Dorf gegangen. Dort wurde ich gleich in Beschlag genommen, ich hab 2 T-Shirts in einem Souvenirladen gekauft und einen kleinen Betrag ( 20$ ) für die Elefanten gespendet. Auf der Brücke von der man die Waschung der Elefanten beobachten konnte bin ich gleich 2 mal von einer Schulklasse interviewt worden.

Irgendwie hat sich die Rückfahrt verzögert, wir sind erst um 17:00 Uhr in der Dämmerung los; das war zwar doof weil wir dadurch auch spät in Bukit Lawang angekommen sind, hatte aber den Vorteil, dass wir den schlechten Zustand der Piste nicht sehen brauchten :-))  Als wir die schwierigsten Abschnitte hinter uns hatten, hat Amer unser Fahrer, schweißgebadet angehalten und erleichtert aufgestöhnt.

Die Strasse soll im nächsten Jahr komplett erneuert und asphaltiert werden!


Übrigens: 

ich habe Amer für den nächsten Tag gebucht, damit er mich mit seinem Auto von Bukit Lawang für 700.000 IDR nach Medan bringt.

Über Singapur nach Bali

Am 12. November bin ich von Medan nach Singapur geflogen, dort verbringe ich eine Nacht und fliege am 13.11. weiter nach Bali, wo ich André besuche ( ich bringe deutsches Unterrichtsmaterial, ca. 4 kg Bücher,  für seinen 10 Jahre alten Sohn mit ) auf Bali werde ich eine kleine Pause einlegen.

Streetart in Singapur 🇸🇬 

Foto oben: Street Art in Singapur