Berastagi

Foto oben:  Straßenscene aus Berastagi



Heute, am 11. November, habe ich Bukit Lawang verlassen. Hendra und Devi seine Frau haben mich mit ihrem Auto für 500.000 IDR in 4 1/2 h, mit kleiner Rast am Fuße des Vulkans Sinabung, die 150 km bis nach Berastagi gebracht. 

Die Mehrheit der Bevölkerung hier besteht aus dem Volk. der Karo, eine Untergruppe der Batak mit eigener Sprache und Kultur. Hier bleibe ich 2 Nächte. Der Ort liegt auf 1.350 m ü.  NN und ist von zwei Vulkanen, Sibayak und Sinabung, „umgeben“. Der Sinabung ist noch aktiv und zuletzt 2021 ausgebrochen. Aufgrund des fruchtbaren Vulkanbodens wird hier oben viel Gemüse, Obst, Kaffee und Ähnliches angebaut.

Ich habe mir den Ort angeschaut und einen Ausflug mit einem Bemo zu dem buddhistischen Lumbini Tempel in der Nähe gemacht.

Das Wetter auf dieser Höhe ist recht kühl und ein wenig regnerisch, daher musste ich mein Sweatshirt wieder aktivieren :-((. 

Berastagi eignet sich gut für einen Zwischenstopp auf dem Weg zum Lake Toba, welcher weitere 150 km entfernt liegt. Aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse benötigt man für diese Entfernung weitere ca. 5 Stunden.

Übrigens: zum Abschied haben mir Hendra und seine Frau noch ein Original indonesisches Hemd geschenkt. Und was soll ich sagen? Es passt ( fast ). Ich muss nur am Bauch noch ein wenig abnehmen. :-))

Eindrücke aus Berastagi

Die Fotos vergrößern sich beim darauf klicken

Morgen, am 13.11. geht es weiter zum Lake Toba auf die Insel Samosir

Mit den 3L zum Lake Toba

Foto oben:  unser Fahrer, me, die 3L


Die Autofahrt von Berastagi zum Lake Toba habe ich mir mit zwei Schweizerinnen,  Larissa und Laura sowie einem Spanier namens Lluis geteilt. Alle Ende 20 Anfang 30, sie haben im selben Hotel wie ich gewohnt, daher bot sich diese gemeinsame Reise an. Wir verstanden uns gut und hatten viel zu erzählen. Die Unterhaltung lief auf Englisch, was für alle kein Problem war.

Die Fahrt dauerte mit Pausen etwa fünf Stunden. Wir starteten um 9:00 Uhr und legten unterwegs zwei Pausen ein – eine am atemberaubenden 120 m hohen Sipisopiso Wasserfall und eine weitere gegen 12:00 Uhr zum Mittagessen. Nach weiteren 2h, kurz vor 14:00 Uhr, kamen wir am „Hafen“ von Parapat an und gingen direkt auf die Fähre.  Allerdings bewegte sich das Boot nicht von der Stelle. Wir mussten etwa eineinhalb Stunden warten, bis ein weiterer Fahrgast kam, sodass wir insgesamt sieben waren.  Endlich konnten wir in  ca. 40 Minuten über den See zur Insel Samosir schippern. Auf der Fähre wurden wir gefragt, in welchem Hotel wir wohnen würden, die Fähre brachte jeden Einzelnen an eine Anlegestelle zu seinem Hotel. Das Ganze dauerte noch einmal etwa 40 Minuten, und da ich fast die letzte Person auf der Fähre war, kam ich erst gegen 17:00 Uhr in meinem Hotel an. Es war ein langer Tag! 

Der Lake Toba liegt auf etwa 900 Metern über dem Meeresspiegel in einer riesigen Caldera, einem Relikt eines gewaltigen Vulkanausbruchs vor 74.000 Jahren. Mit einer Länge von 86 Kilometern, einer Breite von 27 Kilometern und einer maximalen Tiefe von 505 Metern ist er der größte Kratersee der Erde und von der Fläche her etwa dreimal so groß wie der Bodensee.

Mitten im See liegt die riesige Insel Samosir, auf der sich mein Hotel befindet. Hier werde ich bis zum 17. November bleiben und dann zurück nach Medan reisen.

Mit meiner Ankunft im Hotel setzte der Regen ein, der sich während der gesamten Fahrt über den See durch dunkle Wolken bereits angekündigt hatte. Es ist jetzt 18:00 Uhr und es schüttet aus allen Wolken. Der Regen prasselt unaufhörlich auf die Dächer und das „Pflaster“ und übertönt jedes andere Geräusch. Selbst bei geschlossenen Fenstern und Türen dringt der Lärm des Regens laut und deutlich ins Zimmer. 

Zu essen gab’s auch nichts da das Restaurant im Hotel geschlossen ist und ich wegen des Regens nicht auswärts essen konnte! Also war Fasten angesagt :-((

Unten: Erste Eindrücke

In meinem Hotel ist, wie bereits gesagt, das Restaurant geschlossen. Auf dieser Tafel steht geschrieben, was es alles nicht gibt.  :-((

Horas

Foto oben: typisches Haus der Batak



Horas ist ein traditioneller Gruß der Batak, einem indigenen Volk Indonesiens mit etwa sechs Millionen Menschen, hauptsächlich auf Sumatra. Er drückt Respekt und Freundlichkeit aus und kann auch als Hallo oder Auf Wiedersehen verwendet werden. Ich beginne bewusst mit diesem Wort, da ich heute ein wenig in die Kultur der Batak eingetaucht bin.

Die Batak haben eine eigene Schriftsprache und Kultur. Samosir, die Insel im Tobasee, ist eines ihrer kulturellen Zentren. Traditionell verehrten sie ihre Ahnen und die Natur. Im 18. Jahrhundert kamen jedoch westliche Missionare und führten das evangelische Christentum ein. Die heutige Religion der Batak ist eine Mischung aus Animismus und Christentum. Viele Batak leben noch in traditionellen Holzhäusern mit einem einzigen Raum, die Häuser sehen wie umgedrehte Schiffe aus.

Um mehr über die Batak zu erfahren, habe ich gestern eine Tour mit einem Batak-Führer gebucht. Es war eine faszinierende Erfahrung. Wir besuchten heute am 15. zwei Original-Batak-Dörfer, die noch bewohnt sind. In einem Dorf wurde gerade eine Hochzeit vorbereitet, was eine lebhafte Atmosphäre schuf. Die Menschen waren freundlich und zugewandt. Als einziger Besucher wurde ich als Bule ( Ausländer ) oft angesprochen und gebeten, mit ihnen Fotos zu machen. Es war eine angenehme und amüsante Begegnung. 

Im zweiten Dorf herrschte eine ruhige Atmosphäre, die es mir ermöglichte, die Umgebung zu erkunden.  Schöne Holzhäuser säumten die Straße, und zahlreiche junge Hundewelpen spielten herum.  

Auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt lagen, wie so oft, Hunde mitten auf der Straße. Diesmal war es jedoch ein besonderes Bild: Eine Hundemutter säugte ihre Welpen direkt auf dem Mittelstreifen.  Alle Verkehrsteilnehmer nahmen Rücksicht und fuhren vorsichtig um sie herum. Vom dem Aussichtspunkt hatte man einen atemberaubenden Blick über große Teile des Sees.  

Anschließend folgte der Besuch von zwei Museumsdörfern mit noch gut erhaltenen Batak-Häusern. In einem der Dörfer wurde mir sogar ein Ständchen auf einem Klavier in Batak-Sprache dargeboten. Die Sprache klingt interessant, sie hört sich für mich spanisch an. Sie gehört aber zur  Malayo-Polynesischen Sprachfamilie.

Gegen 14:00 Uhr kehrte ich ins Hotel zurück.  Es war ein sehr interessanter Tag, an dem ich viel Neues gelernt habe.

17.11. zurrück in Medan

Nach einer 4-h Fahrt, in einem Shared-Taxi  mit 5 weiteren Passagieren vom Lake Toba, bin ich zurück in Medan. Morgen, den 18.11. werde ich von hier, bereits um 08:20 Uhr Ortszeit, nach Singapur 🇸🇬 fliegen.  Ich übernachte in einem Hotel im Flughafen, so habe ich kurze Wege und brauche nicht ganz so früh aufzustehen. Am 19. vormittags  geht es von Singapur weiter nach Bali.