Mit dem Überlandbus von Vientiane nach Pakse‘

Oder eine völlig bekloppte Bustour!! 

Pakse‘ ( Pakxe’ ) ist die drittgrößte Stadt in Laos und hat etwa 68.000 Einwohnern. Sie liegt im Süd-Osten, am Mekong und an einem Nebenfluß den Xedon. Laos hat in dieser Region eine Grenze mit Thailand, Kambodscha und Vietnam. Von hier kann man auch Si Phan Don, die „4000 Inseln“ besuchen und über den Mekong nach Kambodscha einreisen. Die Stadt wurde von den Franzosen 1905 in der Kolonialzeit gegründet. 

Die Fahrt nach Pakxe‘ sollte um 9:00 Uhr beginnen und um etwa 17:00 Uhr enden. Daher habe ich diesen Bus, wie im Hotel empfohlen, gebucht. Denn ca.  8 - 9 h Busfahrt konnte ich mir durchaus vorstellen, Allerdings sind auch über 600 km zu bewältigen. Ein Mini-Van brachte mich pünktlich zum Busbahnhof. Als ich den Bus sah, hatte ich schon kein gutes Gefühl. Ein ziemlich altes Teil mit riesengroßem Gepäck auf dem Dach und der Hammer war, im Innenraum gab es keine Sitze, sondern nur „Doppelbetten!!“ Nicht so wie in den vietnamesischen Bussen, wo man einzelne Kojen hat, sondern hier liegt man zu zweit im Bett! Zur Zeit sitze ich noch allein in meinem Bett auf der oberen Etage und bin gespannt, wann ich für einen weiteren Mitfahrenden zur seite rücken muss. Zur Verbesserung des Komforts gab es ein Kissen für den Rücken oder Kopf aber die Sitzfläche ist ziemlich hart und mein Kopf stößt fast an die Decke des Busses. Von der Landschaft konnte ich daher nicht sehr viel mitbekommen, da die Fenster oben recht klein sind und nicht viele Ausblicke zulassen. 

Die Reise soll circa 10 Stunden dauern, natürlich mit Unterbrechungen für Toilette und Mahlzeiten. Ich hab mich im Busbahnhof mit   Cashew Nüssen und Wasser für die Fahrt eingedeckt, zu einem unverschämten Preis von 185.000 LAK ( ca. 8€ ). ich war der einzige Ausländer im Bus, der Rest waren Einheimische die kein Wort Englisch sprachen oder verstanden!

Mit 1 h Verspätung ging es los, da noch einige Fahrgäste eingetroffen waren. Die Klimaanlage war viel zu kalt und man konnte sie auch nicht regulieren. Zum Ausgleich gab es Decken aus Vlies, sonst wäre man erfroren :-((   An der nächsten Ecke kamen bereits die ersten fliegenden Händler herein, mit Lebensmittel für die lange Fahrt;  50 m weiter wurden sie wieder rausgelassen. Wahrscheinlich profitiert der Busfahrer davon. Das führte allerdings dazu, dass wir noch später losfuhren! Mal schauen, wie’s weitergeht und wann wir überhaupt In Pakse ankommen. werden. Sowas hab ich auch noch nicht erlebt. Die Situation war völlig neu für mich. Wir kamen nicht vom Fleck, bis der letzte Händler den Bus verlassen hatte war es bereits nach 10:00 Uhr. 

Was komfortabel sein sollte, stellte sich als Verdammt unbequem heraus, denn die Betten waren knallhart, und das für 10 Stunden, leck mich am Arsch. Im Schneckentempo verließen wir die Stadt, wo natürlich um diese Uhrzeit (10:00 Uhr) der Verkehr extrem dicht war. Immer mal hielten wir an, um neue Fahrgäste aufzunehmen. „Ich glaubs nicht“. Wann kommen wir denn hier endlich aus dieser Verdammten Stadt raus um mal Strecke zu machen?  Für den Preis, den ich bezahlt hab ( 450.000 LAK ), hab ich eigentlich einen modernen Fernbus mit Liegesitzen, so wie im Myanmar damals, als ich über Nacht gefahren bin erwartet aber das hier ist das Letzte!!

Nach 10 Minuten Fahrt wieder ein Halt um zu tanken oder was auch immer und es sind wieder Passagiere aus- u. zugestiegen. Wir kamen nicht vom Fleck! Und so ging es die ganze Fahrt weiter. Um 13:12 Uhr bekam ich einen Mitreisenden in mein Doppelbett. Jetzt wird’s noch ungemütlicher!  Die Fahrt zog sich endlos hin.

Irgendwann war’s mir völlig egal, wann ich ankomme. Ich hatte nur ein Problem, in meinem Hotel in Pakxe’ war nur bis 20:00 Uhr Check-In. Wir haben jetzt knapp 19:00 Uhr. Ich weiß nicht wie lange es noch dauert aber ich befürchte bestimmt noch mehr als 1h mal sehen, wie die Sache ausgeht. 

Wieder mal kamen fliegende Händler an „Board“ mit Fleischspießen und diversen anderen Speisen; nachdem alles verkauft war, begann ein großes Schmatzen. Immer wieder wurden etliche Stopps eingelegt; zum Essen, zum Toilettengang und zum Rauchen, als wir um 20:00 Uhr nach 10 Stunden Fahrt, Pakse’ noch nicht erreicht hatten, habe ich meine Hoffnung auf eine frühere Ankunft aufgegeben und mich in mein Schicksal ergeben. Wenig später stieg mein Mitreisender aus, jedoch kam am übernächsten Stopp jemand anderes zu mir ins Doppelbett. Dieser war deutlich größer und kräftiger, so dass es noch enger wurde.

Von den Verantwortlichen in dem Bus sprach keiner Englisch, so dass ich keine Informationen bekam ob und wann wir ankommen werden. Außerdem hatte ich erkannt, dass wir aufgrund des Zustands der Straßen, häufig waren diese sehr uneben und holprig, nicht schneller als 50 km in der Stunde fahren konnten. Die Straße verlief mehr oder weniger parallel zum Mekong und war daher Gott sei Dank relativ flach. 

Mir war es mittlerweile scheißegal, wann wir ankommen. Ich konnte es eh nicht ändern! Dieser Bus hat keinen Fahrplan; der muss nur irgendwann in Pakse‘ ankommen. Und so war es auch. Um 0:45 Uhr. Am 11. Dezember, nach fast 15 Stunden, hat uns der Busfahrer an irgendeiner Stelle in Pakse‘, in völliger Dunkelheit, rausgelassen. Mit uns meine ich, neben mir noch vier weitere Fahrgäste.

Eins ist sicher, diese Busfahrt ist nicht zu empfehlen!!

Wir standen auf der dunklen Straße. Kein Mensch war zu sehen, doch irgendwann kam aus dem Nichts, ein Motorrad mit kleinem Seitenwagen und fragte, wo ich hin will. Ich sagte, auf Englisch, ich möchte zum „Le Jardin“ Hotel, Er schien es verstanden zu haben, neben ihm saß noch sein Kumpel auf dem Motorrad und wir nahmen noch einen weiteren Fahrgast mit. Dann brausten wir durch die Nacht. Erst setzten wir den Einen ab, dann ging es zu „meinem Hotel“. Nach gefühlt 20 Minuten Fahrt kamen wir in eine einsame, kleine, dunkle  Gasse, in einem Gartenressort an. Dort setzte er mich ab und sagte, dass ist Es!  Ich war so müde und hab nicht direkt gecheckt, dass ich im falschen Hotel war. Er machte mir noch das große Tor auf und ich ging hinein. Leider konnte ich kein Foto von seinem Gespann machen aber zum Abschied gab er mir noch seine Karte falls ich noch mal Bedarf für einen Transport hätte  .

Alles war dunkel, keine Menschenseele zu sehen. Ich dachte na super, jetzt kannst du hier bis morgen warten bis Jemand erscheint. Aber immerhin gab es Sitzgelegenheiten. Nach 10 Minuten, öffnet sich in einem Nachbargebäude eine Tür und eine Frau kam zum Rauchen heraus. Die hab ich angesprochen, und gefragt „ob dies das Le Jardin Hotel sei“, sie verneint und sagte mir, dass mein Hotel etwa 5 km in der Richtung liegt aus der ich gerade gekommen bin. Ich dachte Scheiße und bin wieder zurück auf die Hauptstraße. ich hab mich entschlossen, in dem großen Hotel, das ich vorher bei der Vorbeifahrt direkt an der Hauptstraße gesehen hab, wenn möglich nach einem Zimmer zu fragen. Und das ist mir tatsächlich gelungen. Bin so gegen 2:00 Uhr eingecheckt. Für die Nacht, in einem ordentlichen Zimmer mit eigenem Bad und Klimaanlage, jedoch ohne Fenster und Frühstück, habe ich 300.000 LAK bezahlt das entspricht ca. 13 Euro.

Am nächsten Morgen bin ich früh los um MEIN gebuchtes Hotel zu finden. was gar nicht so einfach war. Denn an der Straße war kein Hinweis auf mein Hotel zu finden. Ich hatte zwar eine Ahnung, in welcher Richtung es liegen muss, aber wusste nicht exakt wo. Alle, die ich ansprach, konnten kein Englisch oder waren zu scheu zu antworten und drehten sich weg wenn ich sie ansprach. Nach etwa 1 h hab ich in einer Seitenstraße in einem Café Halt gemacht. Dort habe ich einen Kaffee getrunken und fand endlich unter dem Personal eine Frau, ich denke, es war die Geschäftsführerin des Kaffee, die mich und mein Anliegen verstand. Ich konnte über Ihr Telefon mit dem Hotel telefonieren, wir bestellten ein TukTuk und ich wurde aus dem Café ins Hotel gebracht. 

Jetzt 11:36 Uhr am 11. Dezember sitze ich in meinem gebuchten Hotelzimmer und diktiere diese Zeilen. Ich hab hier sogar bei meiner Ankunft noch ein spätes Frühstück bekommen, da ich seit dem Morgen am 10. Dezember noch nichts, außer ein paar Nüssen und ein wenig Wasser, zu mir genommen habe.

Das ist das glückliche Ende des Geschehens :- ))

Übrigens: So eine Erfahrung muss man nicht machen, kann man allerdings machen, wenn man so reist wie ich! Aufgrund dieser Erfahrung sollte man beim nächsten Mal die Reise von Vientiane nach Pakxe‘ in 2 Abschnitte mit einem Zwischenstopp teilen.

Nichts, desto trotz werde ich heute um 14:00 Uhr einen kleinen Ausflug zum Wat Phu unternehmen :- ))


Fotos: Siehe unten

Wat Phu

Der Tempel Wat Phu ( Bergtempel ) der ehemaligen Königsstadt Champasak, liegt ca. 40 km von Pakxe‘, in der Provinz Champasak, in einer wunderschönen weiten Landschaft. Er ist ein Zeugnis der Herrschaft der Khmer die vom 9. bis zum 12. Jahrhundert weite Teile des nordöstlichen Südostasiens beherrscht haben. 

Der Komplex ist ein bedeutendes Zeugnis dieser Zeit und wurde deshalb von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. 

Um mir diese Anlage anzuschauen, habe ich mich gestern, am 11. 12. mit einem Tuk Tuk dorthin bringen lassen..

Die Ruinen liegen in einem weiten Tal, das von Bergen begrenzt wird. Die Bauwerke sind in einem mäßigen Erhaltungszustand und werden zur Zeit teilweise restauriert. Einige Bereiche der Anlage wie der Tempel Wat Phu, liegen auf einem Berg. Von dort hat man einen grandiosen Blick über die weite Ebene. Ich hatte wie immer meine Flip Flops an, der Aufstieg zum Tempel wäre einfacher gewesen, wenn ich feste Schuhe getragen hätte!

Die Anlage ist im Stil der Bauwerke von Angkor gestaltet und hinterlässt einen guten Eindruck über die ehemalige Größe. Von dort gab es früher sogar eine Straße, mit ca.  400 km Länge, nach Angkor.

Es waren Gott sei Dank, nur wenige Besucher vor Ort. Die Anlage strahlte deshalb eine große Ruhe und besondere Atmosphäre aus, sie hinterließ auf mich eine sehr angenehme bleibende Erinnerung.


Fotos: siehe unten

Fußgänger !

Pakxe‘, ist eine Stadt wie viele in Südostasien!  Bis auf den Bereich um den zentralen Tempel nicht  sehenswert. Für Fußgänger nicht wirklich geeignet, da diesen wenig bis kein Raum gegeben wird.. Die Straßen gehören dem motorisierten Verkehr! In den allermeisten Städten in Südostasien sieht es ähnlich aus und man trifft selten Fußgänger. 

Wie schon oft gesagt, der Asiate geht nicht gern zu Fuß! Er benutzt seinen Scooter oder sein Motorbike und wenn er mehr Geld hat, fährt er natürlich Auto. Als Fußgänger ist man hier Sonderling bzw. Exot. Selbst die wenigen Bürgersteige werden mit Autos und Motorrädern zugestellt oder sind wegen Schäden, die durch Autos verursacht wurden nicht sicher begehbar oder werden teilweise anderweitig genutzt! In den Nebenstraßen gibt es häufig überhaupt keinen Bereich für Fußgänger bzw. Bürgersteige.

So wird Lebensraum dem Verkehr geopfert und sie merken es noch nicht einmal, denn sie glauben, es wäre Fortschritt!!  Irgendwann wundert man sich dass dadurch der Verkehr immer mehr zunimmt und die Straßen diesen kaum bewältigen können und baut daher noch mehr und breitere Straßen! 

Anstatt die Aufenthaltsqualität und z. B. einen öffentlichen, preiswerten Nahverkehr zu fördern zieht man so immer mehr Verkehr an und macht die Städte für Menschen unfreundlicher und verliert an Lebensqualität!