Mit dem lokalen Slowboat nach Luang Prabang

Foto oben: Einstieg in das Boot


Um aus dem Norden von Laos nach Luang Prabang zu reisen, ist das Boot eine gute Alternative zur Straße, zumindestens bevor die Lao China Railway gebaut wurde. Aber hier in Houayxay, gibt es noch keinen Bahnhof. Der nächste liegt circa 100 km entfernt. Die wenigen  Straßen in Laos sind teilweise schwierig zu befahren, somit ist die Fahrt mit dem Boot eine vernünftigste Entscheidung, Über den Mekong sind es bis zum 1. Zwischenhalt, Pakbeng ca. 145 km. 

Um 10:00 Uhr soll es losgehen. Die Fahrt bis nach Pakbeng, soll ca. 6-7 Stunden dauern. Übrigens, für Verpflegung muss jeder selber sorgen. Ich hab mir für den ersten Tag 2 Sandwiches mit Omelett, Wasser u. Bananen mitgebracht. Am zweiten Tag hab ich mir nur 6 Bananen u. Wasser in Pakbeng gekauft. 

Das verstauen des Gepäck nahm einige Zeit in Anspruch, da alles unter Deck deponiert werden musste, so dass wir erst nach 10:00 Uhr losgefahren sind. Auf dem Boot waren nur wenige Laoten, der Rest waren meist junge Rucksacktouristen, hauptsächlich aus Europa. 

An irgendwelchen Stellen, die wenig oder überhaupt nicht bewohnt schienen, stiegen Einheimische aus oder zu. An einer dieser Stellen kamen einige Frauen mit Früchten, Getränken, etc. an  Bord die sie an die Reisenden verkaufen wollten.,

Die Fahrt war sehr beschaulich weil das Boot mit mäßiger aber stetiger Geschwindigkeit dahin glitt. Die Landschaft verändert sich nach und nach; erst war es flach, dann zunehmend gebirgig. An vielen Stellen ragten Felsen aus dem Fluss, die den Querschnitt verengten und somit zu Stromschnellen führten. Der Kapitän steuerte das Boot ohne technische Hilfsmittel mit traumwandlerischer Sicherheit durch die Stromschnellen, Flachstellen und Untiefen. Natürlich ist es nicht das erste Mal das er diese Strecke befährt aber es ist faszinierend zu beobachten wie gelassen er das macht. Zur Absicherung hat er vorne im Boot einen Helfer, der manchmal, mit einer Stange, die Wassertiefe beim Anlegen sondiert..

Um kurz nach 16:00 Uhr haben wir unser Zwischenziel, Pakbeng, erreicht. Das war für mich erstaunlich, da ich bei meinen vorherigen Fahrten dort erst in der Dämmerung angekommen war. Das Auspacken des Gebäcks vom Untereck verlief chaotisch, da keiner so recht wusste, wo seine Sachen verstaut worden sind. Also wurde alles auf einen Haufen geschmissen, und man musste sich sein Teil raussuchen. Anschließend ging es in die verschiedensten Unterkünfte. In Pakbeng verbringen wir eine Nacht. Morgen früh um 9:00 Uhr soll es weitergehen. 

Am nächsten Morgen, stellten wir beim Einsteigen fest, dass das Boot gewechselt wurde, das Boot vom Vortrag ist wieder zurück nach Houayaxy gefahren. 

Bis circa 9:30 Uhr waren die allermeisten bereits wieder im Boot, doch es kamen immer mal wieder Nachzügle so dass sich die Abfahrt verzögerte.. Kurz vor dem Ablegen, stellte ein Reisender fest, dass er im falschen Boot war. Er wollte eigentlich zurück Richtung Thailand und nicht nach Luang Prabang. Erschwerend kam hinzu, dass sein Gepäck im Bootsinneren verstaut war. Deshalb musste zuerst das gesamte, auf dem Deck aufgeschichtet Gepäck entfernt werden, damit man an den „Laderaum“ gelangte. Danach setzte eine Suche nach seinem Gepäckstück ein. Nach circa 20 Minuten hatte er es gefunden. Was für ein Vollpfosten; 99,9 % der Passagiere haben gecheckt, dass sie auf den richtigen Boot sind, nur Er nicht! Anschließend beschwerte er sich noch bei der Mannschaft, dass man das Boot doch so kennzeichnen könnte, das jeder weiß wo es hinfährt.

Um kurz nach 10:00 Uhr ging’s dann endlich los, Richtung Luang Prabang. Bis dorthin sind es noch mal circa 160 km. 

Die Landschaft, die an uns vorbei zog, war grandios. Die Uferböschungen waren fast durchgängig  bewaldet. Selten waren Menschen oder Tiere zu sehen. Es gab viel Felsen am Ufer oder auch im Fluss.  Ab und zu rasten Speedboote vorbei, die Passagiere müssen Helme tragen, das macht die Fahrt meines Erachtens aber auch nicht sicherer!

Da wir heute, auf dem zweiten Abschnitt der Tour mehr Locals an Bord hatten, gab es mehr Zwischenhalte. als gestern. Außerdem entstand durch das viele Gepäck ein kleines Chaos im vorderen Bereich des Bootes. Und durch das Ein- bzw. Ausladen des Gepäcks verzögerte sich die Fahrt deutlich. An den Zwischenhalten war kaum zu erkennen, dass sich an diesen Orten eine Siedlung in der Nähe befand. Für mich sah es so aus, als würden sie im „Nirgendwo“ aus- oder zusteigen..

Weiter ging es Richtung Luang Prabang, wo wir am späten Nachmittag, bereits in der Dämmerung angekommen  sind.  Dort bleibe ich 3-4 Tage.

Übrigens:

Man lernt auf einer Reise immer mal wieder verschiedene Menschen kennen. Insbesondere wenn man wie ich jetzt, 2 Tage zusammen mit ca. 60 anderen Mensch, auf einem Boot reise. Diesmal war es ein besonderer Mensch! Ein Münchner, 60 Jahre alt, ein ehemaliger Fußballprofi, ein ehemaliger Lehrer und Weltreisender! Wir haben uns hier in Luang Prabang abends, noch zweimal getroffen und uns über verschiedene Themen, Reisen und das Leben unterhalten.



Fotos: siehe unten

Luang Prabang

Luang Prabang ist eine wunderschöne und interessante Stadt. Ich habe in den letzten Jahren häufiger über sie berichtet. Diesmal werde ich keine Fotos machen und kann allen Interessierten nur empfehlen, sich meine Beiträge aus den letzten Jahren; z. B. aus 2022/23 oder aus Januar 2024 anzuschauen. 

Leider hat man eine der Hauptattraktion, die 2 Banbusbrücken über den NamKhan River zurückgebaut, ( Foto siehe. Reise 22/23 ) und es scheint so, als würde man an gleicher Stelle, Brücken aus Stahlbeton errichten wollen, schade!

Außerdem hat die Stadt aus meiner Sicht an „Charme“ verloren, da seit Inbetriebname der LCR in 2021, Massen von chinesischen Touristen in die Stadt strömen!

In Luang Prabang, werde ich ein paar entspannte Tage bis zum 08.12. verbringen.  Danach geht es mit der LCR, das Ticket konnte ich am 05.12. erfolgreich online buchen, nach Vientiane in die Hauptstadt.


Wer mehr über Luan Prabang erfahren möchte, kann im Blog der Jahre 2022- 2023 oder 2023- 2024 nachlesen siehe Link unten.

Kleine Geschichte am Rande

Foto oben: Aufgang zum Mount Phou Si



Heute am 7. Dezember bin ich auf dem Mount Phou Si gewesen. Ziemlich früh, bereits um 8:30 Uhr. Von dort hat man einen schönen Blick über die Stadt. Während des Aufstiegs gibt es viele buddhistische Monumente, und auf dem Gipfel ein Tempel zu sehen. Oben war, wegen der frühen Stunde, nicht wirklich viel los, beim Runtergehen auf der Stadtseite, kam mir jedoch eine Gruppe von ca. 30 Chinesen entgegen. Ich bin zur Seite getreten und wollte so lange warten, bis alle meinen Standort passiert hatten. Aber der Witz war, fast jeder Einzelne wollte sich mit mir fotografieren lassen!

Nun bin ich auch in China bekannt : - ))